“Es kann doch nicht so schwer sein” redet sich Janina ein und greift wiedermal zum Kugelschreiber. Seit Monaten geht das jetzt schon so. Stundenlang sitzt sie vor ihrem Notizbuch, im Unvermögen etwas zu schreiben. Die Schreibblockade schmerzt. War sie doch einst eine angesehene Kolumnistin der Süddeutschen Zeitung, scheint es, als habe der Unfall jegliche Schreibkunst mitgenommen. Weg von ihr, unwiederbringlich getrennt, für immer verschwunden. Genau wie Markus. Dabei gäbe es soviel, was sie zu erzählen hätte. Den frisch vermählten Ehemann in den Flitterwochen zu verlieren hat Janina geprägt. Ein Freund meinte, das sei das Schlimmste, was jemandem passieren konnte. Sie konnte sich jedenfalls nichts schlimmeres vorstellen. Seit dem Unfall verspürt sie nichts als Leere, es ist als hätte sie ein Geschwür im Kopf, was alle kreativen Gedankengänge in sich aufsaugt und in schmerzvolle Emotionen umwandelt.
Verzweifelt legt Janine den Stift, den sie von ihrer Schwester zur Hochzeit geschenkt bekommen hat, beiseite. “Auf dass du hiermit mal die Titelstory schreibt”, meinte sie damals. Und jetzt scheint es unmöglich, über die eigenen Gefühle zu schreiben. Über chemische Reaktionen im Körper, provoziert durch Hormone, elektrische Impulse von siebzig mV im Hirn..
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2 Comments
Gänsehaut. Ich hoffe auf mehr Schreibwut bei dir.
Dankeschön! Ja klar, ich habe (un)regelmäßige Anfälle, die mal größer mal kleiner ausarten. Ich kann das (noch) nicht wirklich steuern. Aber ich werde bald wieder ‘was schreiben, versprochen!